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Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2018

Haben Sie schon mit Ihrer Steuererklärung für 2018 begonnen? Wer bei dieser Frage Schnappatmung bekommt, den können wir beruhigen. Denn erstmals gilt für die Steuererklärung: Sie haben zwei Monate mehr Zeit. Lesen Sie, in welchen Fällen welche Fristen gelten und was Ihnen blüht, wenn Sie trotz der neuen Verlängerung zu spät dran sind.

Diese Fristen für die Steuererklärung müssen Sie jetzt beachten

Für alle, die eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen müssen, war bisher Ende Mai des folgenden Jahres der letztmögliche Abgabetag. Nunmehr ist am letzten Tag des folgenden Juli Fristende. Sprich: Für Pflichtveranlager muss die Steuererklärung 2018 am 31. Juli 2019 beim Finanzamt sein. Pflichtveranlager ist zum Beispiel ein Arbeitnehmer, der mehreren Tätigkeiten nachgeht und deshalb Lohnsteuerklasse 6 hat.

Wer sich Hilfe von einem Steuerberater sucht, der hat ebenfalls Grund zur Freude. Auch er bekommt erstmals zwei Monate Zeit geschenkt. Bedeutet: Stichtag ist nicht Ende Dezember des auf den Besteuerungszeitraum folgenden Jahres, sondern Ende Februar des übernächsten Jahres. Und für 2018 gibt es gleich noch ein paar Tage drauf: Die Steuererklärung 2018 muss nicht am 28. Februar 2020 beim Finanzamt sein, sondern erst am 2. März 2020. Denn 2020 ist ein Schaltjahr und der 29. Februar fällt auf einen Samstag. Und in einem solchen Fall ist Fristende immer erst der auf den Wochenendtag folgende Werktag.

Wer freiwillig eine Steuererklärung einreicht, profitiert dagegen nicht von der Gesetzesänderung. Dazu zählt zum Beispiel der “ganz normale Arbeitnehmer”. Hier bleibt alles wie gehabt: Die Steuererklärung für 2015 muss am 31. Dezember 2019 beim Finanzamt sein. Sie haben also für die Abgabe wie gewohnt vier Jahre Zeit. Das dürfte bei einer so langen Frist wohl zu verschmerzen sein.

Folgen einer verspäteten Abgabe der Steuererklärung

Was aber, wenn Sie trotz der neuen Fristen immer noch zu spät dran sind? Dann kann es jetzt noch teurer werden als zuvor. Denn jeder verspätete Monat wird mit einem verschärften Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro bestraft. Bisher lag dieser bei maximal 10 Prozent der festgesetzten Steuer, eine Mindestgrenze gab es nicht. Doch es gibt Einschränkungen: Der Verspätungszuschlag droht Ihnen zwingend nur dann, wenn die Erklärung nicht bis Ende Februar des übernächsten Jahres beim Finanzamt ist. Wird die Erklärung dagegen verspätet, aber doch vor Ende Februar eingelegt, hat das Finanzamt ein Ermessen.

Beispiel: A reicht seine Steuererklärung für 2018 am 25. April 2020 ein. Er hat keine Vorauszahlungen geleistet und das Finanzamt berechnet eine Nachzahlung von 13.000 Euro. Das Finanzamt muss zusätzlich zur Nachzahlung einen Verspätungszuschlag in folgender Höhe festsetzen: Steuernachzahlung von 13.000 EUR x 0,25 % = 32,50 Euro, x 9 Monate Verspätung (August 2019 bis April 2020) = 292,50 Euro Abrundung nach § 152 Abs. 10 AO auf volle Euro = 292 Euro

Abwandlung: A reicht seine Steuererklärung 2018 am 30. November 2019 ein. Jetzt ist er innerhalb der 14-Monate-Frist geblieben und das Finanzamt darf selbst entscheiden, ob es einen Verspätungszuschlag in Höhe von 4 Monaten mal 32,50 Euro = 130 Euro festsetzt. Es gibt noch eine weitere Ausnahme von der zwingenden Festsetzung. In bestimmten Fällen muss das Finanzamt trotzdem dann keinen Verspätungszuschlag festsetzen, wenn:

  • Ihnen eine Steuererstattung zusteht,
  • die Steuer mit 0 Euro festgesetzt wird oder
  • Ihre Abgabefrist verlängert wurde

Einfluss haben Sie selbst nur auf den dritten Fall.